Herzlich willkommen zur praxisnahen Diagnostik in der Psychotraumatologie

Die Evaluation in unseren Weiterbildungen auf dem Gebiet der Psychotraumatologie zeigt, dass die Mehrzahl der therapeutisch tätigen Psychologinnen und Psychologen keine standardisierten Interviews oder Selbstbeurteilungsinstrumente einsetzen. Das hat verschiedene Ursachen.

Wobei kann Ihnen eine gute Diagnostik helfen?

Oftmals befinden sich unter Ihren Patienten Betroffene, die komplex traumatisiert sind. Dafür gibt es bis jetzt, außer der Persönlichkeitsveränderung nach Extrembelastung (ICD-10, F62.0), keine Kategorie im DSM-IV. Um die Symptome vollständig erfassen zu können, schlägt Hermann (1992) die DESNOS (Disorders of Extreme Stress Not Otherwise Specified)-Kriterien vor.
Neuere Studien zur Komplexen Belastungsstörung haben gezeigt, dass neben einer PTBS ebenso die Kriterien der Komplexen Belastungsstörung nach DESNOS erfüllt werden. Dabei handelt es sich um sehr komplexe Störungsbilder, die sich mit den vorhandenen diagnostischen Möglichkeiten bei Orientierung an ICD-10 und DSM-IV noch nicht immer erfassen lassen.
Diese Website soll ein Hilfsmittel darstellen, das in einer einfachen Sprache alle Tests darstellt. Somit wird es möglich sein, Symptome präziser abzufragen, aber auch Therapie effizient planen und evaluieren zu können und damit den Patienten die Therapie zukommen zu lassen, die ihre Heilung unterstützt.

Sie finden auf der linken Seite eine Übersicht über die derzeit aktuellen diagnostischen Interviews und Selbstbeurteilungsfragebögen. Es handelt sich hierbei um eine Auswahl der Interviews und Fragebogen, die heute in der Diagnostik in der Psychotraumatologie einen hohen Stellenwert einnehmen.
Außerdem können Sie in der oberen, horizontalen Leiste über die verschiedenen Störungsbilder navigieren. Das Menü enthält eine Standardempfehlung zum Ablauf einer Diagnostik über die Klassifikationssysteme ICD-10 und DSM-IV für die Akute-, Posttraumatische- und Komplexe Belastungsstörung. Unter jedem Störungsbild sind die diagnostischen Kriterien nach ICD-10 und DSM-IV bzw. DESNOS aufgelistet.

Nicht für jede Diagnose nach den gängigen Diagnosesystemen ist ein Test verfügbar. Viele der Interviews und Fragebogen wurden in den letzen fünf Jahren aus dem amerikanischen Raum übersetzt, so dass noch keine Anpassung an die Leitlinien des ICD-10 vorgenommen wurde. Die Mehrzahl der Diagnostica verfügt über gute bis sehr gute Gütekriterien.

Sie finden außerdem wichtige aktuelle Literaturangaben und den Verweis auf die Bezugsquelle. Es ist mir gelungen, die CAPS, die IES, die IES-R in deutscher und albanischer Version und das IK-PTBS von den Autoren als PDF-Datei zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Für die freundliche Unterstützung von Prof. Bessel A. van der Kolk, Prof. Ulrich Schnyder, Prof. Andreas Maercker, Dr. Hanspeter Mörgeli, Dr. Martin Sack, Dr. Regina Steil und Dipl.-Psych. Oliver Schubbe vom Institut für Traumatherapie möchte ich mich ganz herzlich bedanken.

Susanne Schwarzer